Mechanische Uhren - Eine Übersicht
Mit Beginn des neuen Millenniums kann die mechanische Uhr bereits auf eine rund 1000 Jahre lange Geschichte blicken, während die Entstehung der Armbanduhr gerade einmal 100 Jahre zurückliegt, Der gemeinsame Nenner der Zeitmesser vergangener Epochen (Tisch- und Kaminuhren) und den mittels eines Lederbands am Handgelenk befestigten Modellen jüngeren Datums ist das Uhrwerk. Zwischen de, antiken Uhren und jenen des 20. Jahrhunderts gibt es zwar gewaltige Unterschiede, andererseits aber auch eine sehr enge Verwandtschaft. Auch wenn die Art und Weise ihrer Herstellung sich stark unterscheidet, funktionieren sie dennoch aufgrund eines sehr ähnlichen Mechanismus.
Verallgemeinernd könnte man sagen, dass die Armbanduhr aus denselben Teilen besteht wie die ältesten Zeitmesser. Die einzig wirkliche Ausnahme bildet die Aufzugsvorrichtung, da zu einem bestimmten Zeitpunkt der Wechsel vom unbequemen Schlüssel zur wesentlich praktischeren Krone stattfand. Die maßgebende Entwicklung stellte jedoch der Durchbruch auf dem Gebiet der Miniaturisierung dar. Sie war ein wesentlicher Sprung vorwärts, da sie als Zusammenfassung der technologischen Errungenschaften der Uhrmacherkunst im 20. Jahrhundert angesehen werden kann. Die Armbanduhr konnte nur deshalb entstehen, weil die Uhrenindustrie die Größe der einzelnen Teile verringern konnte. Dies erklärt auch zum Teil die Faszination, welche Uhren mit Handaufzug ausüben, ein emotioneller Wert, der zum zweifelsohne künstlerischen Zauber ihres Designs hinzukommt. Eine Art avantgardistischer Revolution, da sie sich damit deutlich von der vorherrschenden Tradition der Taschenuhren loslöst.
Die automatischen Uhren wiederum sind am meisten gefragt und zählen - zumindest bei den mechanischen Modellen - zur fortschrittlichsten Kategorie. Automatikuhren haben nämlich den großen Vorteil, dass sie sich während des täglichen Gebrauchs von selbst aufziehen und alle Merkmale der Armbanduhr in sich vereinen. Dies reicht von reinen Zeitmessern über Chronographen bis zu den Modellen mit den ausgefallensten Komplikationen. Das Grundprinzip ihrer Funktion, das sich in gewisser Weise dem antiken Traum des >,Perpetuum mobile« nähert, hat die fähigsten Meister dieser Zunft schon lange vor der Erfindung der Armbanduhr in ihren Bann gezogen. Aber erst in diesen modernen Uhren vereint sich höchste mechanische Spezialisierung mit einer optimalen Anwendung.
Das Problem des automatischen Antriebs bei den Zeitmessern (ohne täglich die Uhr mittels der Aufzugskrone mit der Hand aufzuziehen) wurde auf verschiedene Weise angegangen. Die Uhrmachermeister gingen beinahe alle vom selben Prinzip aus der Verwendung einer Schwungmasse, welche die Zugfeder aufzog, sobald die Uhr bewegt wurde. Ähnliche Systeme gab es bereits bei den Taschenuhren, aber offensichtlich eignete sich diese Vorrichtung wesentlich besser für Armbanduhren. Der endgültige Durchbruch auf diesem Gebiet ist eng mit dem Namen Rolex und dem >>Perpetual<< genannten Patent eines Rotors (1931) verbunden. In den 50er-Jahren waren die Automatikuhren dann Objekte einer wahren Modebewegung.
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