Die Zeitrechnung der Römer – Die Königszeit

Mit der Person des zweiten römischen Königs Numa Pompilius (715–673 v. Chr.?) taucht der römische Kalender aus dem Dunkel der Geschichte auf. Als Gesetzgeber und Friedensstifter besaß Numa für die römische Republik und ihre führenden Schichten geradezu mythische Bedeutung, und so wurde ihm neben vielen anderen Einrichtungen und Reformen auch die Umgestaltung des Kalenders zugeschrieben. Wie lang das Jahr vor Numa gewesen ist, ist nicht auszumachen. Spätere römische Schriftsteller berichten von einer angeblichen Länge von 304 Tagen. Sie läßt sich errechnen aus vier sogenannten vollen Monaten zu je 31 Tagen (März, Mai, Quintilis = Juli, Oktober) sowie den sechs übrigen Monaten zu je 30 Tagen. Eine solche Jahreslänge wäre mit keinem der denkbaren Ausgangspunkte kalendarischer Berechnungen vereinbar:
Weder ein Mondjahr noch ein Sonnenjahr oder irgendein sonstiges astronomisch begründbares Jahr weist diese Länge auf. Allerdings könnte die sehr späte Bezeugung der angeblichen Jahreslänge auch auf ein Mißverständnis zurückgehen.
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