Die Geschichte der Armbanduhren

Die erste mechanische Uhr entstand etwa im 10. Jahrhundert. Sie wurde damals durch steinerne Gewichte angetrieben. Diese Uhren dienten den Menschen bis ins 13. Jahrhundert. In dieser Zeit entwickelten die Astronomen die ersten brauchbaren Räderuhren. Zu dieser Zeit entstand auch die Bezeichnung „Uhrmacher“, die bis heute ihre erhalten blieb. Außerhalb von Europa wurden die Uhren auch ziemlich schnell bekannt. In China baute man schon im Mittelalter gut funktionierende Wasseruhren, im 6. Jahrhundert wurden sie sogar von den Japanern aus China importiert. Um präzise Uhren bauen zu können, mussten die Menschen erst das Zeitverständnis besitzen, also die Antworten auf Fragen „Was bedeutet eine Stunde?“ und „Was ist eine Minute?“ kennen. In Asien galt lange Zeit ein anderes System für die Zeitmessung. Tage und Nächte waren damals in sechs Abschnitte unterteilt. Im Sommer waren die Tage, also auch die Tageszeitabschnitte, länger als im Winter. Die Uhrwerke, die mit diesem Zeitsystem klargekommen sind, waren äußerst komplizierte technische Kunstwerke, die heute ein Vermögen kosten würden.

Die ersten tragbaren Uhren

Erste Uhren, die man tragen konnte, waren die Taschenuhren. Die ersten, dokumentierten Berichte über die tragbaren Uhren, sind etwa auf das Jahr 1500 datiert. Damals war es der Peter Henlein, der als Erster eine Taschenuhr gebaut hat. Es wird jedoch vermutet, dass es schon früher solche Uhren gab. Die Funktionsweise diktierte die Zugfeder, die den Antrieb erlaubte. Diese Technik erlaubte es, die herkömmlichen Uhren endlich etwas handlicher zu machen. Damit begann der Durchmarsch der Taschenuhren in Europa. Es dauerte bis zum 20. Jahrhundert, bis die Uhren mit dem technischen Fortschritt auch kleiner wurden. Die erste Armbanduhr für Männer wurde vom Pariser Uhrmacher Louis Cartier für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos-Dumont hergestellt. Er brauchte für seine Flüge eine Uhr für das Handgelenk, die präzise genug war, um damit sicher navigieren zu können. Im Ersten Weltkrieg entdeckte auch das Militär die praktischen Merkmale einer Armbanduhr. Nach dem Ende des Krieges wurde die Armbanduhr auch bei der Zivilbevölkerung immer beliebter und gilt seitdem als Zeitmessungsstandard.

Von Automatik- bis zur Quarzuhr

Die erste Automatikuhr mit Pendelschwungmasse baute im Jahre 1923 John Harwood. Eine Automatikuhr bezieht die Kraft zum Spannen der Feder aus den Armbewegungen des Uhrenträgers. Manche Uhren, wie die Herrenuhren von Mercedes Benz, sind bereits zu Kunstobjekten geworden und ein beliebtes Geschenk- oder Sammlerobjekt. Die erste Quarzuhr entwickelte 1929 Alvin Morrison, eine tragbare Version folgte dann erst 1938. Es dauerte bis 1970, bis die erste elektronische digitale Armbanduhr auf den Markt kam.